Feminisierung von Politik

Vor 100 Jahren erkämpften sich Frauen das aktive und passive Wahlrecht in Deutschland. Aber nicht nur auf den Wahllisten sind sie immer noch unterrepräsentiert.

Auch in den Strukturen von Parteien können oder wollen sie sich oft nicht im selben Maße einbringen: Sei es, weil Anzahl und Uhrzeit von Sitzungen nicht mit familiären Verpflichtungen zusammenzubringen sind. Sei es, weil Redeverhalten und Machtspiele Frauen abschrecken oder indirekt ausschließen. In Spanien kam mit den linken Bewegungen im Munizipalismus, also der Demokratisierung kommunaler Politik, eine lebhafte Debatte um Feminisierung von Politik auf. Dahinter steht der Wunsch, nicht nur (aber auch) mehr Frauen in Entscheidungspositionen zu bringen. Zugleich geht es um mehr als Macht und Teilhabe: Was heißt es, als Frau in vermachteten Räumen und Strukturen Politik zu machen? Wie lassen sich Politikformen überwinden, die auf Konkurrenz und Hierarchie beruhen? Was brauchen wir, damit politische Arbeit gleichberechtigter, solidarischer und partizipativer wird? Kurzum: Wie wollen und können wir die Regeln des Spiels verändern? Frauen sind keine besseren Menschen, aber ohne sie bleibt jeder Anspruch an emanzipatorische Politik uneingelöst.

Die Veranstaltung wird von Alex Wischnewski (Referentin für feministische Politik der Linksfraktion im Bundestag) moderiert.

Termin

16. September 2018
10:00 12:00 Uhr

Redner*innen

Barcelona en comú
Stadträtin und Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat Heidelberg, stellvertretende Landessprecherin der LINKEN Baden-Württemberg

Veranstaltungsort

Münzenbergsaal 1
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin