Boys don't cry?

Feminismus ist Frauengedöns, könnte Mann meinen, eine Theorie für das unterdrückte Geschlecht. Aber immer mehr Männer merken, dass sie auf die Rollenbilder und Erwartungen, die an sie gestellt werden, selbst keinen Bock (mehr) haben. Denn die kapitalistisch-patriarchale Ordnung diskriminiert nicht nur Frauen und andere Geschlechter. Sie hindert auch viele Männer daran, sich frei zu entfalten und solidarische Beziehungen einzugehen.

Bei Männern äußert sich der Leidensdruck oft anders: Sie reagieren eher aggressiv gegen sich und andere, sie kennen ihren Körper nicht so gut, sie begehen öfter Selbstmord. Der britische Autor Jack Urwin spricht gar von „toxischer Männlichkeit“. Offen über Gefühle reden? Schwäche zeigen können? Mehr als zwei Monate Elternzeit nehmen? Ein sorgender Vater sein? Die eigene Rolle reflektieren? Mit Macht und Ohnmacht anders umgehen? Konkurrenz überwinden? Wie muss sich Gesellschaft dafür grundlegend verändern?

Alles Fragen, die sich auch Männer zunehmend stellen. Das zeigt: Das Ding mit den Geschlechtern geht alle an. Weil Feminismus kein Frauenthema ist, sondern eine Befreiungsperspektive für Jedermensch. Leicht gesagt – aber was bedeutet das konkret für Männer und Frauen, wie setzen wir das im Alltag um, welche Auseinandersetzungen müssen wir führen – politisch und privat?

Termin

14. September 2018
14:00 16:00 Uhr

Redner*innen

Chefredakteur bei Pinkstinks
Netz-Aktivist, Video-Kolumnist

Veranstaltungsort

Münzenbergsaal 2
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin